THE PAINTER'S DELIGHT. Julia Brennacher


THE PAINTER'S DELIGHT

JULIA BRENNACHER

 

24. November 2022 - 21. Januar 2023

 

OPENING

23. November 2022 | 15 - 19 Uhr

 

Die Künstlerin ist anwesend.


Julia Brennacher forciert einen analytischen, jedoch zugleich sinnlich spielerischen Umgang mit dem Medium der Malerei. Formalästhetische Basis hierfür ist das Projekt der Moderne, das die abstrakte Bildsprache als die ausschließliche malerische Artikulation definiert hat. Gestisch prozessuale Aspekte verbinden sich mit Geometrismen und konstruktiv monochromen Spielarten. Kandinsky meets Mondrian, und Albers Pollock. Wenngleich ein abstrakt expressionistischer Duktus zu erkennen ist, arbeitet die Malerin mehr analytisch konzeptuell als wild aus dem Bauch heraus. Schleifen, organische Spuren, streng segmentierte Farbflächen fächern sich zu einem Kaleidoskop der abstrakten Stile auf. Faktur und Opazität der gemalten Farbhaut sind weitere grundlegende Faktoren in Julia Brennachers malerischer Praxis. Ein Gemälde ist nicht mehr imaginatives Fenster in eine andere Welt, sondern faktisches Objekt. Bildträger und aufgebrachte Farbe. Alexander Rodtschenko postulierte 1921 dies in seinen ultimativ letzten Gemälden in den Grundfarben und wechselte zur Fotografie und Montage. Wenn also das gemalte abstrakte Bild ein faktisches Ding in der Welt ist, so tritt es auch in Konstellation mit anderen Dingen oder mit dem Raum und wird installativ behandelt. So werden kleinformatige Arbeiten im Block gehängt und treten in ein vielschichtig verzweigtes nachbarschaftliches Verhältnis. Unser Blick wandert unentwegt umher. Brennacher konstruiert Raumsituationen für die Malerei, oder definiert das Gemälde als dreidimensionales Ding, das mit dem Boden verbunden ist, auf Stützen steht und nicht mehr auf dem weißen Wandfeld schwebt. „Begegnungen der Malerei im Raum, der Ausstellungsraum wird zu einem Bildraum, der mit Malerei bespielt wird. Positionierung, Hängung der Arbeiten im Raum, ihre Anordnung, ihr Zusammenwirken verstehe ich als wesentlichen Teil der Arbeit: die Ausstellung als Bild.“ So die Künstlerin. Trotz aller modernistischer Einflüsse der hehren abstrakten Kunst, spielen Pop, Design und Mode eine essenzielle Rolle. Oft setzt die Künstlerin den Farbspray ein und kleidet das Tafelbild in ein rohes Graffitifeld. Schrille Neonfarben werden ebenso wie gedeckte oder lackig glänzende Farbwerte eingesetzt. Eine Sinneslust der Malerei. 

 

Text: Barbara Steininger