bis 15. März 2026
In der Ausstellung Companions erforscht Julia Brennacher (*1983, Innsbruck) die relationalen Dimensionen der Malerei und geht dabei der Frage nach, wie
visuelle und materielle Elemente sich gegenseitig bedingen und im Raum neue Bedeutungsfelder erzeugen. Der Titel verweist auf dieses Beziehungsgeflecht: Malerei wird nicht mehr als isoliertes
Objekt begriffen, sondern als Gefüge, das sich im Raum ausbreitet und in Dialog tritt. Im Zusammenspiel von Werk und Wandmalerei entsteht jene Anlage, die den Ausgangspunkt der Ausstellung
bildet—eine Installation, die sich als räumlich verzweigtes Gefüge entfaltet.
Seit mehreren Jahren ist die Wandmalerei ein wesentlicher Bestandteil ihrer Praxis. Innerhalb dieser erweitert die Künstlerin ihre fortlaufende Untersuchung der
materiellen und prozessualen Bedingungen des Bildes. Die wandbasierten Malereien entstehen aus diesem Denken heraus und verstehen sich als Eingriff in die Architektur, als malerische Übersetzung
des Raumes. Dabei lassen sich lose Bezüge zu den Wandarbeiten der 1960er Jahre erkennen, etwa zu Sol LeWitt und Blinky Palermo, die den White Cube als gestalt- und verhandelbaren Raumbegriff
etablierten. In der Galerie Sophia Vonier realisiert Brennacher eine raumspezifische Malerei, deren geometrische, wolken- oder blütenförmigen Elemente einen strukturellen Rahmen für die
Ausstellung bilden. Diese Formen erscheinen organisch, und doch einer klar konstruierten Logik folgend. Farben und Formelemente der Leinwandarbeiten greifen die Muralarbeit auf und entwickeln sie
weiter, wodurch ein systematisches Wiederkehren und Variieren entstehen.
Die gruppiert gehängten Leinwandarbeiten variieren in Format, Ausrichtung und Materialität und entwickeln im Zusammenspiel ein rhythmisches Gefüge, das zwischen
Wiederholung und Abweichung moduliert. Öl- und Acrylfarben werden in unterschiedlichen Konstellationen miteinander in Beziehung gesetzt und bilden eine reduzierte, gestenbasierte Formensprache
aus Linien- und Bogenmotiven, die intuitiv und mit freier Hand entsteht. Das freiliegende rohe Leinen bzw. die weiße Leinwand bleibt als materieller Grund sichtbar und tritt in ein
spannungsreiches Verhältnis zu den subtilen Pastell- wie auch den intensiveren Neonfarbtönen. Diese Ambivalenz verweist auf eine Gegenwart, in der Oberflächen gestaltet, stilisiert und ästhetisch
überformt erscheinen. Indem die Künstlerin den Bildrand offenlässt, bricht die Malerei bewusst ab und führt den Blick zurück zum Träger, zurück ins Reale, zu materiellen Bedingungen des Bildes
selbst.
Mit der Ausstellung zeigt Julia Brennacher, dass Malerei immer mehr ist als die Summe ihrer einzelnen Setzungen: Sie ist ein System von Beziehungen, das sich erst
im Raum vollständig entfaltet. Ihre Arbeiten halten jene fragile Balance zwischen Sichtbarkeit und Andeutung, zwischen dem, was bleibt, und dem, was sich entzieht. Malerei wird als ein offenes
Archiv verstanden, in dem sich Gegenwart neu zusammensetzen lässt. Bei Brennacher entsteht ein Gefüge, das sich einer eindeutigen Lesbarkeit entzieht. Somit lädt die Ausstellung dazu ein, Spuren,
Übergänge und Resonanzen zu verfolgen und Malerei als ein Medium zu erfahren, das im Raum weitergedacht wird, weiterschwingt und sich gerade in seiner Offenheit ständig erweitert.
Text von Livia Klein

















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